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Dein inneres Kind heilen: Übungen mit Anleitung und Arbeitsblätter

Hast du manchmal das Gefühl, von Gedanken und Gefühlen aus deiner Vergangenheit überwältigt zu werden 😢? Spürst du Stress, Selbstzweifel oder eine innere Leere, ohne genau zu wissen, woher das kommt? Dann meldet sich möglicherweise dein inneres Kind – der empfindsame, oft verletzte Anteil in dir, der gesehen, gehalten und geliebt werden möchte.

Wenn wir uns diesem Anteil sanft zuwenden, können alte Wunden heilen, Selbstmitgefühl wachsen und ein tieferes Gefühl von Sicherheit entstehen. Dieser Leitfaden schenkt dir viele alltagstaugliche Übungen (Visualisierung, Schreiben, Meditation, Körperarbeit, Kreativität), dazu Tipps, Varianten, Herausforderungen und ein großes FAQ – alles in klaren Schritten, damit du sofort starten kannst. 🌱

Was bedeutet „inneres Kind“?

Bevor wir zu den Übungen kommen, lass uns kurz klären, was das „innere Kind“ eigentlich ist. Jeder von uns trägt sein eigenes inneres Kind in sich – es ist der Teil unserer Persönlichkeit, der unsere Kindheitserfahrungen, Gefühle und Bedürfnisse bewahrt. Vielleicht kennst du das von dir selbst: Wie reagierst du in bestimmten Situationen überzogen, obwohl du weißt, dass es vielleicht um etwas Vergangenes geht? Spürst du manchmal einen tiefen Schmerz oder eine unerklärliche Traurigkeit, die dich wie aus heiterem Himmel überkommt? Oft sind das Hinweise darauf, dass alte Gefühle aus deiner Kindheit noch nicht geheilt sind.

Unser inneres Kind besteht aus zwei Seiten: dem Sonnenkind (den liebevollen, fröhlichen Anteilen wie Neugier, Leichtigkeit und Kreativität) und dem Schattenkind (den verletzten Anteilen, die unter Schmerz, Angst oder abgelehnten Gefühlen leiden). Selbst wenn wir heute erwachsen sind, reagiert unser unterbewusstes Kind immer noch auf alte Glaubenssätze und Erlebnisse. Zum Beispiel können Sätze wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich muss stark sein, sonst werde ich geliebt“ aus alten Verletzungen stammen. Indem wir uns diesen Anteilen zuwenden, erkennen wir die Wurzeln unserer Selbstzweifel oder Ängste. Und genau darum geht es beim Heilen des inneren Kindes: Es wird gesehen, verstanden und behutsam getröstet.

  • Sonnenkind 🌞 – Leichtigkeit, Neugier, Verspieltheit, Kreativität, Nähe.

  • Schattenkind 🌑 – Angst 😨, Scham 😳, Traurigkeit 😢, Hilflosigkeit, Einsamkeit.

Warum ist das wichtig? Wenn wir das innere Kind vernachlässigen, suchen wir oft im Außen nach Erfüllung: Anerkennung von anderen, Erfolg, Leistung oder Ablenkung. Doch diese Strategien stillen nur kurzfristig, was uns innerlich fehlt. Wenn wir stattdessen Liebe, Geborgenheit und Mitgefühl in uns selbst wecken – ganz so, wie es damals gebraucht worden wäre – dann kann echte Veränderung geschehen. Du lernst, dich selbst anzunehmen und zu schützen. Du gibst deinem inneren Kind, was es damals nie bekommen hat: Worte des Trostes, eine feste Umarmung oder ganz einfach ungeteilte Aufmerksamkeit.

Im Folgenden findest du nun praktische Übungen und Rituale, die du Schritt für Schritt ausprobieren kannst. Nimm dir die Zeit, sie regelmäßig zu üben. Du darfst ganz sanft zu dir selbst sein – das Tempo bestimmst du. Jede noch so kleine liebevolle Geste gegenüber deinem inneren Kind ist ein Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstmitgefühl und innerer Heilung.

Visualisierungsübung: Begegne deinem inneren Kind (Schritt für Schritt)

Zeitbedarf: 8–12 Minuten (auch kürzer möglich).
Hilfsmittel: Ruhiger Ort, bequeme Haltung, sanfte Musik 🎶 (optional).

  1. Ankommen
    Setz oder leg dich bequem hin, Schultern weich, Kiefer locker. Atme 4 Sekunden ein, 6 aus – drei Runden. Spür, wie ein bisschen Ruhe in den Körper sinkt 😌.

  2. Sicherer Ort erschaffen
    Stell dir einen Ort vor, an dem du dich absolut geborgen fühlst: ein Garten, Strand, Baumhaus, eine helle Hütte im Wald 🌳. Male Details aus: Farben, Geräusche, Düfte (Meer, Moos, Holz), Temperaturen, Texturen. Lass dir Zeit.

  3. Das Kind kommt
    Aus der Ferne nähert sich dein inneres Kind. Es kann so alt sein, wie sich gerade stimmig anfühlt. Nimm wahr, wie es schaut, geht, atmet. Ist es neugierig 🌞, ängstlich 😨, traurig 😢, wütend 😠, still? Alles darf sein.

  4. Kontakt & Worte
    Knie dich hin (auf Augenhöhe), lächle warm. Sag mit weicher Stimme: „Ich bin da. Du bist sicher bei mir. Ich höre zu.“ Lass es sprechen – in Worten, Bildern oder nur in einem Gefühl. Nichts drängen. Präsenz ist genug. 💖

  5. Berührung & Trost
    Frag innerlich: „Darf ich dich halten?“ Wenn ja: Umarme es in deiner Vorstellung 🤗, lege eine Hand an sein Herz, deine andere an deinen eigenen Brustkorb. Atme gemeinsam 4|6 – drei Runden. Lass Sätze fließen:

  • „Du bist nicht allein.“

  • „Du bist genug – jetzt, hier.“

  • „Ich schütze dich.“ 🛡️

  1. Ressource ankern
    Wähle gemeinsam ein Ankerbild (z. B. goldenes Licht, Lieblingskuscheltier 🧸, Herzstein) + Ankerwort („Sicher“, „Sanft“, „Ich bin da“). Spür 30–60 Sek. dieses Bild+Wort im Körper.

  2. Rückkehr
    Sag: „Ich komme wieder. Versprochen.“ Atme tief, spür Füße, Hände, öffne die Augen. Nachspüren: 1–2 Zeilen ins Journal – „Was hat mein Kind gebraucht? Was nehme ich mit?“ ✍️

💡 Mini-Version (60–90 Sek.): Hand aufs Herz, innerlich „Ich bin da“ + dein Ankerwort, 3 Atemzüge 4|6, lächeln. Fertig.

💌 Heilsamer Brief an dein inneres Kind

Schreiben kann Wunder wirken, wenn es um Heilung geht. Nimm dir einen Stift und ein Blatt Papier (oder dein Tagebuch) – und schreibe einen Brief an dein inneres Kind. Dabei geht es nicht um Grammatik, sondern darum, deinem jüngeren Selbst ehrlich zu begegnen. So könntest du vorgehen:

  1. Anrede und Situation: Schreibe am Anfang z.B. „Liebes [dein Name als Kind]“ oder „An mein liebes inneres Kind“. Stelle dir vor, du bist tatsächlich ein Erwachsener, der jetzt mit dem Kind in dir spricht.

  2. Gefühle anerkennen: Erkläre in dem Brief, dass du weißt, wie schwer manches damals war. Zum Beispiel: „Ich weiß, dass du oft traurig und allein warst, und ich habe das damals nicht gesehen. Es tut mir leid, dass du so viel durchgemacht hast.“ Zeige Verständnis für seine Gefühle.

  3. Fürsorge ausdrücken: Versichere deinem inneren Kind, dass es heute andere Unterstützung hat. Sage ihm, dass du jetzt da bist, um es zu schützen und zu trösten. „Ich werde gut auf dich aufpassen. Du bist jetzt nicht mehr allein.“

  4. Positive Botschaften: Schreibe ihm Dinge, die ihm niemand vielleicht gesagt hat: dass es schön, klug und liebenswert ist, so wie es ist. Drücke deine Liebe, deinen Stolz und deine Zuneigung aus. „Du verdienst all das Glück der Welt und ich liebe dich bedingungslos.“

  5. Mut machen: Erinnere dein Kind daran, wie stark es ist. Vielleicht gab es Zeiten, in denen es tapfer war, obwohl es Angst hatte. „Ich sehe deinen Mut und bewundere dich dafür.“

  6. Vorschau auf die Zukunft: Vielleicht kannst du auch beschreiben, dass ihr in Zukunft gemeinsam wächst. „Gemeinsam werden wir an einander glauben und du wirst lernen, dass das Leben dir noch viele schöne Überraschungen bereithält.“

  7. Brief laut lesen: Nachdem du den Brief geschrieben hast, lies ihn dir in Ruhe laut vor. Höre dir selbst zu und spüre, welche Worte besonders gut tun. Dein Gehirn registriert beim lauten Lesen die liebevollen Botschaften viel tiefer.

Der Brief an dein inneres Kind ist wie ein Geschenk, das du dir selbst machst. Er hilft dir, innere Dialoge sichtbar zu machen. Selbst wenn es sich zunächst seltsam anfühlt zu schreiben „an mich selbst“ – diese Übung erlaubt deinem Herzen, laut zu sprechen. Bewahre den Brief auf. Manchmal kann es heilsam sein, ihn nach einer Woche oder Monaten noch einmal zu lesen und zu sehen, wie viel Veränderung passiert ist.

🌟 Variante: „Antwortbrief“ vom Kind an dich: Lass dein Kind „zurückschreiben“. Oft kommen überraschend klare Bedürfnisse („Spiel mit mir“, „Schlaf mehr“, „Sag Nein, wenn es zu viel ist“).

Tagebuch für dein inneres Kind

Ein Tagebuch kann ein wertvoller Begleiter sein, wenn du an deinem inneren Kind arbeitest. Dabei geht es nicht um einen täglichen To-Do-Plan, sondern um ein kleines „inneres-Kind-Tagebuch“, in dem du regelmäßig deine Gefühle, Erinnerungen und Erkenntnisse festhältst. So könntest du es nutzen:

  • Gefühle notieren: Schreibe jeden Tag oder jede Woche einige Zeilen darüber, wie du dich fühlst. Gibt es Momente, in denen alte Gefühle hochkommen? Vielleicht spürst du plötzlich Wut oder Traurigkeit, ohne klaren äußeren Grund. Schreib auf, was passiert ist und wie du dich gefühlt hast. Oft zeigt sich ein Muster, wenn du regelmäßig reflektierst.

  • Kindheitserinnerungen: Halte besondere Kindheitserlebnisse fest, die dir in den Sinn kommen. Positiv wie negativ. Vielleicht erinnerst du dich an einen ersten Kuss, einen Schultag, an dem du dich geschämt hast, oder einen warmen Moment mit jemanden, den du gern hattest. Notiere, was damals passiert ist und was du dabei empfunden hast.

  • Inneres Kind beschreiben: Versuche zu malen, wie dein inneres Kind sich in verschiedenen Situationen gefühlt hätte. Zum Beispiel: „Als ich gestern bei der Kritik im Büro so traurig war, fühlte sich mein inneres Kind ängstlich und unverstanden.“ Schreibe auch auf, was es damals gebraucht hätte.

  • Nützliche Erkenntnisse: Wenn du dir bewusstmachst, was du deinem inneren Kind damals geben könntest, schreibe das auf. Zum Beispiel: „Ich sage mir, dass ich als Kind oft Anerkennung gebraucht hätte. Heute sage ich mir: Ich bin gut genug, so wie ich bin. Ich gebe mir selbst das Gefühl der Sicherheit, die ich damals vermisst habe.“

  • Dankbarkeit und Freude: Notiere auch schöne Erlebnisse, die dein inneres Kind jubeln lassen. Vielleicht beim Ansehen von Kinderfotos oder beim Spielen mit einem Freund. Diese Einträge stärken die positiven Anteile deines inneren Kindes, das sogenannte Sonnenkind.

  • Regelmäßigkeit: Du musst nicht jeden Tag schreiben – aber je konsequenter du reflektierst, desto mehr wirst du lernen. Selbst 5 Minuten nach dem Aufwachen oder vor dem Schlafengehen können hilfreich sein. Das wichtige ist, ehrlich zu dir zu sein und dich nicht für deine Gedanken zu verurteilen.

Ein Tagebuch kann wie ein Freund sein, der immer zuhört. Du musst deine Einträge nicht schönen oder ordnen – schreibe einfach frei von der Seele. Über die Zeit wirst du sehen, wie die Worte auf dem Papier dir helfen, besser zu verstehen, was dein inneres Kind bewegt und wie du es beruhigen kannst.

📌 Wöchentlich: 10-Min-Check „Was hilft mir zuverlässig?“ – Liste sichtbar aufhängen.

🎨 Kreativer Ausdruck: Malen, Basteln, Musik & Spiel

Oft braucht unser inneres Kind keinen ernsten Ernst, sondern pure Lebensfreude. Kreativität und Verspieltheit sind ausgezeichnete Wege, um heilend mit dem inneren Kind in Kontakt zu treten. Hier ein paar Anregungen:

  • Malen und Zeichnen: Schnapp dir Stifte oder Farben und male, was dein inneres Kind ausdrücken möchte. Das kann abstrakt sein, nur Farben und Formen, die deine Gefühle zeigen, oder ein konkretes Bild. Frag dich dabei: „Was möchte ich heute ausdrücken?“ – und lass deiner Fantasie freien Lauf. Erwarte kein „schönes Bild“; wichtig ist der Prozess, nicht das Ergebnis. Hänge deine Kunstwerke auf – jedes Gemälde ist eine kleine Feier deines inneren Kindes.

  • Basteln und Gestalten: Bastel eine Collage aus alten Zeitschriften mit den Bildern, die du als Kind geliebt hättest. Gestalte ein „inneres-Kind-Buch“ oder eine bunte Schatzkiste mit Erinnerungsstücken (Fotos, Lieblingssteine, Briefchen, Muscheln). Dieser kreative Prozess kann Erinnerungen an schöne Kindheitstage wecken.

  • Tanzen und Musik: Schalte Musik auf, die dir Freude macht – vielleicht sogar Lieder aus deiner Kindheit – und tanze einfach drauflos. Erlaube dir, albern zu sein und deinen Körper auszudrücken, ohne an andere zu denken. Beim Tanzen schüttelst du nicht nur Anspannungen ab, sondern erinnerst dich an das unbeschwerte Spielen als Kind.

  • Singen: Sing deine Lieblings-Kinderlieder oder unsinnige Reime laut mit. Singen stärkt nicht nur die Seele, es verbindet auch alte Gefühle. Keine Sorge, ob du gut singst! Es geht um den Mut zur Empfindung.

  • Rollenspiele: Nimm dir ein Kuscheltier oder eine Puppe und tu so, als ob du dein Kind im Arm hältst oder ihm etwas vorsingst. Mit einem Spielzeug zu sprechen, kann helfen, innere Dialoge nach außen zu tragen. Stell vor, dein Kuscheltier ist dein kleines Ich und du sagst ihm, was du auf dem Herzen hast.

Diese kreativen Übungen lockern den Geist und geben deinem inneren Kind Raum, sich auszudrücken. Du musst nicht perfekt sein – Erlaube dir, Fehler zu machen und den Spieltrieb neu zu entdecken. Manchmal bringt es auch Licht, sich an eine alte Lieblingsbeschäftigung zu erinnern: War es Gummitwist, Verstecken spielen, ein Baumhaus bauen oder in Pfützen springen? Nimm dir regelmäßig kindliche Auszeiten: eine Kissenschlacht im Wohnzimmer, ein Picknick mit deinen Lieblingssnacks oder eine Fahrt mit dem Fahrrad ohne Ziel. Dein inneres Kind wird dir danken – und du bekommst ein Stück Leichtigkeit zurück.

Erlaubnis: Es darf albern sein! „Nicht produktiv“ ist heilsam.

🧘‍♀️ Meditation & Achtsamkeitsreise (tief, aber sanft)

Meditation kann ein sanftes Tor sein, um tief in den Körper zu spüren und dich mit deinem inneren Kind zu verbinden. Hier ist eine einfache Achtsamkeitsübung, die du jederzeit anwenden kannst:

  1. Ruhig werden: Setze dich aufrecht hin oder lege dich hin. Schließe die Augen und lege eine Hand sanft auf den Bauch, die andere auf die Brust. Atme tief durch die Nase ein und lange durch den Mund aus. Spüre, wie sich dein Bauch hebt und senkt. Wiederhole das ein paar Mal, bis du ruhiger wirst.

  2. Innere Kind-Reise: Stell dir vor, du gehst durch ein Tor in deine Kindheit. Gehe einen sicheren Weg hinunter (eine lange Treppe, einen Gartenweg, über eine Brücke – was sich für dich passend anfühlt). Vor dir erscheint ein liebenswerter Ort aus deiner Kindheit (ein Zimmer, dein Lieblingswaldstück, ein Haus oder eine Wiese).

  3. Begegne dem Kind: Siehst du dort dein inneres Kind? Gehe auf es zu. Begrüße es mit liebevollen Gedanken. Vielleicht nimmt es deine Hand, oder ihr setzt euch zusammen. Erinnere dich daran, wie sich dieses Kind gefühlt haben könnte. Lass die Emotionen da sein. Rede mit deinem Kind: Du kannst innerlich flüstern oder laut sprechen – was auch immer sich richtig anfühlt.

  4. Schutz und Liebe spüren: Du bist jetzt der Erwachsene, der alles anders machen kann. Umarme dein inneres Kind in deiner Vorstellung. Sende ihm Sicherheit, Trost und Liebe. Spüre, wie Wärme euer Beider Körper durchströmt. Wiederhole innerlich Sätze wie: „Ich bin da für dich.“, „Du darfst dich sicher fühlen.“, „Ich habe immer auf dich aufgepasst.“

  5. Rückkehr: Wenn ihr genug Zeit zusammen verbracht habt, sag deinem inneren Kind, dass du immer wieder zurückkommen wirst. Dann kehre langsam den Weg zurück über deine imaginäre Brücke oder Treppe in die Gegenwart. Nimm ein paar tiefe Atemzüge, fühle den Boden unter deinen Füßen und öffne die Augen. Vielleicht möchtest du anschließend in dein Tagebuch schreiben, was du gespürt oder gesehen hast.

Diese kleine Meditation kannst du überall machen – morgens beim Aufwachen, in einer Pause oder vor dem Schlafengehen. Selbst ein paar Minuten genügen. Die regelmäßige Praxis hilft, dass dein inneres Kind weiß, dass es wichtig ist und dass du dich immer wieder um es kümmerst.

SOS-Kurzform (90 Sek.): Herzhand, „Ich bin da“, 3 Atemzüge, Ankerwort.

🤗 Selbstumarmung und Körperübungen

Manchmal braucht unser inneres Kind etwas ganz Bodenständiges und Körperliches. Ein sanftes Heilritual kann sein, sich selbst zu umarmen oder bewusst körperlich aktiv zu sein:

  • Selbstumarmung: Lege einen Arm umeinander und halte dich fest – als würdest du deinen kleinen Körper trösten. Streiche mit den Händen sanft über deine Arme oder Schultern. Sage dabei innerlich: „Ich liebe dich. Ich beschütze dich.“ Oft beruhigt diese einfache Geste in Momenten großer Angst oder Traurigkeit.

  • Kindersitzposition: Manchmal hilft es, sich auf den Boden zu setzen und die Knie an den Körper zu ziehen, als hättest du sie als Kind so um dich geschlungen. Halte deine Hände auf den Boden und fühle, wie der Boden dich trägt. Manchen Menschen hilft es, dabei ein Stofftier oder ein weiches Kissen zu umarmen.

  • Atemübung für Geborgenheit: Atme tief ein und aus. Stelle dir dabei vor, dass du mit jedem Einatmen Liebe zu deinem Herzen ziehst und mit jedem Ausatmen alles Angstgefühl loslässt. Wiederhole in Gedanken: „Einatmen: Ich atme Liebe ein. Ausatmen: Ich lasse Angst los.“

  • Kinderlachen nachahmen: Lache einfach mal ausgelassen. Schau ein lustiges Video, erinnere dich an etwas Lustiges aus der Kindheit und lache. Lachen ist ein natürlicher Stresskiller und weckt die Lebensfreude.

  • Entspannung durch Bewegung: Sanfte Dehnübungen oder Yoga können helfen, Spannungen zu lösen, die dein inneres Kind vielleicht festgehalten hat. Spiele Musik, die du als Kind mochtest, und bewege deine Arme, Ellbogen oder Hände frei zur Musik.

  • Kuschelige Rituale: Manchmal tut ein warmes Bad mit Kerzen, ein weiches Handtuch oder ein flauschiger Pullover gut. Versorge dich selbst so, wie du als Kind gerne behandelt werden wolltest: Mit Wärme und Geborgenheit.

Diese körperlichen Übungen signalisieren deinem Nervensystem: Es ist sicher. Indem du über den Körper Heilung bringst, gibst du deinem inneren Kind einen klaren, spürbaren Beweis, dass jemand da ist, der sich liebevoll um es kümmert.

🧩 Körper vor Kopf: Erst regulieren, dann reflektieren. Sonst diskutiert der Kritiker mit dem Kind – und gewinnt.

💖 Positive Affirmationen und liebevolles Selbstgespräch

Die Gedanken, die wir über uns denken, prägen maßgeblich unser Wohlbefinden. Viele von uns haben jedoch tief verwurzelte, kritische Stimmen aus der Kindheit, etwa „Du bist nicht gut genug“ oder „Mach bloß keine Fehler!“. Beim Heilen des inneren Kindes lernen wir, diese negativen Glaubenssätze zu erkennen und sie liebevoll umzuwandeln:

  • Affirmationen üben: Wiederhole täglich positive, stärkende Sätze, die dein inneres Kind hören möchte. Beispiele sind: „Ich bin liebenswert so wie ich bin.“, „Ich verdiene Sicherheit und Geborgenheit.“, „Ich gebe mir selbst die Liebe, die ich brauche.“ Sprich diese Sätze laut aus (in den Spiegel zu lächeln kann dabei helfen) oder flüstere sie dir zu, wenn du dich allein fühlst.

  • Streit mit der inneren Stimme: Wenn dein innerer Kritiker laut wird („Das kannst du doch nicht!“), stelle dir vor, wie du diesen Satz fängst und liebevoll umwandelst. Zum Beispiel: statt „Ich habe versagt“ sagst du zu dir „Ich habe mein Bestes gegeben und das ist vollkommen genug.“

  • Dankbarkeit: Beende deinen Tag mit mindestens einer Sache, für die du an deinem inneren Kind dankbar bist. Zum Beispiel: „Ich bin dankbar, dass ich heute so mutig war.“ Dies stärkt das Bewusstsein für deine Fortschritte und das Licht in dir.

  • Liebevolle Selbstansprache: Rede mit dir selbst wie mit einem guten Freund. Wenn es deinem inneren Kind schlecht geht, sag dir: „Ich sehe, wie viel Schmerz du fühlst. Ich bin hier für dich.“ Du darfst dabei auch deinen Kindernamen oder Spitznamen verwenden, falls du einen hattest.

Durch positive Selbstgespräche sprichst du deinem inneren Kind Mut zu. Es spürt langsam, dass es geliebt und akzeptiert wird – sogar von dir selbst. Manchmal braucht es Übung, positiv über sich zu reden, wenn man es nicht gewohnt ist. Bleibe dran, egal, wie ungewohnt es sich anfühlt. Im Laufe der Zeit wird dein inneres Kind die neuen, liebevollen Botschaften annehmen.

Ziel: Innere Sprache von kritischfreundlich.
Sätze (laut, langsam, 1–3 Min./Tag):

  • „Ich bin liebenswert, so wie ich bin.“ 💕

  • „Ich bin genug – jetzt.“ 🌟

  • „Ich darf Fehler machen und lernen.“ 🌱

  • „Ich schütze mich und achte meine Grenzen.“ 🛡️

  • „Ich gebe mir Zeit.“ ⏳

🔁 Tipp: 1 Satz/Woche wählen, überall notieren (Spiegel, Handy-Lockscreen).

🌈 Erinnerungen & Kindheitsschätze (sanft dosieren)

Manchmal kann schon ein Blick in die Vergangenheit Wunder wirken – allerdings der schönen Vergangenheit. Hier ein paar Ideen:

  • Alben und Fotos: Schaue in alte Fotoalben oder digitale Bilder. Erinnerst du dich an die glücklichen Momente, das Spielen, Lachen oder die Umarmungen? Halte ein Foto in der Hand, auf dem du als Kind lächelst, und atme tief ein. Lass dieses warme Gefühl in dich strömen. Erinnere dich auch an Lieblingsorte aus der Kindheit und stelle dir vor, du würdest dort jetzt wieder spielen.

  • Lieblingsdinge von damals: Gibt es ein Spielzeug, ein Kuscheltier oder ein Kleidungsstück aus deiner Kindheit, das du noch hast? Halte es in den Händen, rieche daran. Oft kommen Erinnerungen hoch, die dein Herz leicht werden lassen. Wenn du etwas davon nicht mehr hast, schaffe heute symbolisch Platz: vielleicht eine kleine Box mit einem passenden Gegenstand (auch ein neuer Teddybär kann ein Symbol sein).

  • Musik und Gerüche: Höre die Lieder, die du als Kind geliebt hast, oder koche ein Gericht, das dich an Zuhause erinnert. Musik und Düfte sind starke Erinnerungsreize. Vielleicht hilft dir ein bestimmter Duft (z.B. Vanille oder Tannenduft) in einer Kerze, dich an Geborgenheit zu erinnern.

  • Familiengeschichten: Erzähle oder höre dir Geschichten aus deiner Kindheit an (von Verwandten oder in Memoiren). Oft erkennst du dich in Familienmustern wieder. Mit diesem Wissen kannst du verstehen, warum du heute so fühlst, wie du fühlst, und erkennst, dass du mehr Kontrolle hast, als du dachtest.

Diese Übungen sind wie kleine Zeitreisen zurück in die Unschuld des Kindes-Seins. Sie führen uns oft vor Augen, was damals Freude gemacht hat und wo uns das Leben damals Liebe schenkte. Gleichzeitig machen sie deutlicher, was gefehlt hat – und helfen uns, genau das heute für uns selbst zu tun.

  • Foto-Ritual 📸 – ein Bild von dir als Kind ansehen, 3 Atemzüge, „Ich bin da für dich.“

  • Duft & Musik – Vanille, Kakao, Lieblingskassette von damals 🎶.

  • Symbol-Box – kleine Schätze (Stein, Muschel, Brief) als sichtbare „Ich bin wichtig“-Erinnerung.

  • Re-Parenting im Alltag – Was hat dir gefehlt? Gib es dir heute: warmes Frühstück, Abhol-Gefühl („Ich bringe mich selbst ins Bett“).

🌞 Spiele und kindliche Freude

Vergiss nicht, dass dein inneres Kind vor allem eines liebt: Spielen und Spaß haben. Erlaube dir regelmäßig, albern zu sein und Freude zu suchen:

  • Spielen nach Lust und Laune: Erinnere dich, was du als Kind am liebsten getan hast – Fußball spielen, malen, Lego bauen, Verstecken oder Mutter-Vater-Kind spielen? Mache diese Spiele einfach wieder. Vielleicht kein großes Event, sondern ganz kleine Momente: Wirf dir einen Ball zu, spiele Bauklötze um, lache dabei oder mach ein Brettspiel mit einem Freund.

  • Lach-Übungen: Lach bewusst! Lach-Übungen (auch ohne besonderen Grund) geben deinem Körper das Gefühl von Sicherheit und Glück, weil dabei Glückshormone ausgeschüttet werden. Schau dir ein lustiges Kinderfilmchen an, kitzle dich selbst oder organisiere eine Kicherrunde mit Freunden.

  • Naturerlebnisse: Oft fühlen sich Kinder in der Natur frei und unbeschwert. Gehe barfuß über eine Wiese, pflücke Blumen, beobachte Wolken oder baue eine kleine Wasserburg am Bach. Diese freien Erlebnisse mit den Sinnen erden dich und nähren dein inneres Kind.

  • Kindheitsrituale: Führe kleine Rituale aus deiner Kindheit fort. Vielleicht war es früher ein regelmäßiges Schokoeis nach dem Einkaufen oder gemeinsames Vorlesen. Genieße solche Kleinigkeiten wieder bewusst – sie geben deinem Tag Wärme.

  • Phantasie erlauben: Lass deiner Fantasie freien Lauf. Kindliches Spielen ist nicht zweckgebunden. Baue eine Höhle aus Decken, mach ein Picknick mit deinen Lieblingskuscheltieren, oder stell dir ein Abenteuer mit deiner Lieblingsfigur aus dem Fernsehen vor. All das stärkt dein kreatives Denken und erinnert dich daran, wie leicht das Leben sein kann.

Durch das spielerische Elemente nimmst du dein inneres Kind ernst. Du zeigst ihm: Ich vertraue dir, ich lache mit dir, ich genieße mit dir. In solchen Momenten tankst du oft neue Energie und Erleichterung, und dein inneres Kind speichert diese positiven Erlebnisse als neue „Erinnerungen“ der Geborgenheit und Freude.

💬 Mantra: „Es darf leicht sein.“

🕊️ Tipps für den Alltag (Integration statt Ausnahme)

Die Arbeit mit dem inneren Kind ist ein Prozess, der ins tägliche Leben integriert werden kann. Hier ein paar Anregungen, wie du die Übungen und Erkenntnisse in deinen Alltag einfließen lässt:

  • Morgen- und Abendrituale: Starte und beende den Tag mit ein paar Minuten für dein inneres Kind. Zum Beispiel ein kurzer liebevoller Satz am Spiegel oder ein sanftes Atmen, bei dem du dir selbst ein „Ich kümmere mich um dich“ zusicherst.

  • Mini-Pausen: Über den Tag verteilt immer wieder kurze Pausen einlegen, um dich mit dir selbst in Verbindung zu bringen. Einfach mal fünf Minuten mit geschlossenen Augen atmen, sich umarmen oder an etwas Schönes denken.

  • Erinnerungsstützen: Stelle kleine Notizen (Post-its) mit ermutigenden Sätzen („Du bist geliebt!“, „Geh behutsam mit dir um“) oder Fotos an Orte, wo du sie häufig siehst – z.B. im Badspiegel oder am Kühlschrank. Das erinnert dich daran, dich selbst sanft zu behandeln.

  • Selbstfürsorge planen: Plane feste Zeiten nur für dich und dein Wohlbefinden ein – etwa jeden Sonntagabend ein Wohlfühlbad oder jeden Freitag einen Spaziergang im Park. Diese Rituale zeigen deinem inneren Kind, dass es dir wichtig ist.

  • Offen bleiben: Achte darauf, wie du mit dir selbst sprichst. Eine kleine Erinnerung: Wenn du bemerkst, dass du dich selber kritisierst, unterbrich den Gedanken und formuliere die Situation liebevoller um.

  • Soziale Verbindung: Erzähle Vertrauen Menschen von deiner Erfahrung, wenn es sich richtig anfühlt. Manchmal können auch Freunde oder Partner unterstützen, indem sie dich ermutigen, zu deinen Bedürfnissen zu stehen.

  • Körperliche Anker: Trage einen Gegenstand bei dir, der dich an Geborgenheit erinnert (ein Glöckchen, ein Stein oder ein Stück Stoff). Fasse es an, wenn du ein unsicheres Gefühl spürst, und erinnere dich daran, dass dein inneres Kind gerade deine Aufmerksamkeit braucht.

  • Kleine Freuden: Gönne dir täglich kleine Vergnügen, die dein inneres Kind glücklich machen: Eine Tasse deiner Lieblingsschokolade, ein Buch, das dich in Staunen versetzt, oder ein paar Minuten Seilspringen im Garten. Diese scheinbar kleinen Momente summieren sich.

Je öfter du deinem inneren Kind im Alltag kleine Zeichen der Fürsorge gibst, desto mehr bekommt es das Gefühl, dass es immer an deiner Seite ist und dass du dich um dich kümmerst. Diese stete Unterstützung stärkt dich gegen Stress und Selbstzweifel.

⚡ Typische Herausforderungen und wie du damit umgehst

Auf dem Weg, dein inneres Kind zu heilen, können auch Schwierigkeiten auftauchen. Hier ein paar häufige Hürden und Tipps, wie du damit umgehen kannst:

  • Emotionale Wellen: Manche Übungen lösen starken Gefühlsausbruch aus – du könntest weinen, wütend werden oder dich sehr traurig fühlen. Das ist normal und ein Zeichen, dass Heilung passiert. Erlaube es dir, alles zu fühlen. Atme tief durch, halte inne und sage innerlich zu dir selbst: „Es ist okay, was ich fühle.“ Hilfreich ist es, dann Mitgefühl für dein inneres Kind zu spenden: Gib ihm bewusst eine Umarmung, trinke etwas warmes oder sprich liebevolle Worte. Denke daran: Emotionen sind einfach Energie, die fließen möchte. Unterdrücke sie nicht, sondern lass sie durch dich hindurchgehen. Nach dem Ausbruch wirst du oft ein Gefühl von Erleichterung spüren.

  • Schamgefühle: Es kann sein, dass du dich dafür schämst, Übungen zu machen, die sich kindisch anfühlen. Viele Menschen denken zunächst: „Hilfe, ist das verrückt?“ Sprich innerlich mit dir wie mit einem Freund: „Es tut gut, hier und jetzt einfach mal klein zu sein, ganz ohne Bewertung.“ Erinnere dich, dass Selbstfürsorge keine Erwachsenen-Regeln hat. Dein inneres Kind braucht gerade jetzt deine Liebe.

  • Ungeduld und Zweifel: Vielleicht hoffst du sofort auf große Veränderungen und bist frustriert, wenn es ein paar Tage gleich bleibt. Innere Kind Heilung braucht Zeit. Sei geduldig mit dir selbst. Fortschritte geschehen oft im Verborgenen. Halte dir vor Augen: Jede Minute, die du dir nimmst, ist ein Schritt nach vorn. Wenn du Zweifel hast, ob es überhaupt etwas bringt, versuche es so: Erinnere dich an eine kleine Verbesserung, vielleicht hast du dich in einer Situation etwas weniger kritisch behandelt. Diese kleinen Siege zählen!

  • Angst vor Erinnerungen: Bei der Arbeit mit dem inneren Kind können alte Erinnerungen aufbrechen. Das kann unangenehm sein. Fühle dir sicher genug, um diese Ängste zu halten – am besten in einem Moment, in dem du dich stabil fühlst. Du kannst dir „mentale Grenzen“ setzen: Sage dir innerlich, dass du jederzeit in die Gegenwart zurückkehren kannst, wenn es dir zu viel wird. Oft genug hilft schon ein paar tiefe Atemzüge oder ein Bewusstseinsanker (z.B. ein Lieblingsgerät wie Handy oder eine Türklinke fühlen), um wieder im Jetzt anzukommen.

  • Zeitmangel: Im stressigen Alltag fehlt oft die Ruhe für solche Übungen. Versuche die Übungen in sehr kurzen Etappen zu machen: ein paar Minuten Visualisierung im Auto vor der Arbeit (natürlich nicht während der Fahrt!), ein 5-Minuten-Tagebucheintrag am Morgen, eine Umarmung abends vorm Spiegel. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Dauer. Schon ein kurzer bewusst gelebter Moment am Tag kann deinem inneren Kind viel geben.

  • Keine Unterstützung: Es kann sein, dass dein Umfeld das Thema nicht ernst nimmt oder nicht versteht. Vielleicht hörst du Sätze wie: „Du musst nicht in die Vergangenheit schauen.“ Denke daran: Du tust dies für dich, aus Liebe zu dir. Du musst niemandem Rechenschaft ablegen. Wenn jemand nicht versteht, ist das sein/ ihr Thema, nicht deins. Halte dir einen sicheren inneren Raum frei, wo es nur um dich geht.

  • Schwierigkeiten, Fortschritte zu erkennen: Manche Veränderungen sind sehr subtil. Vielleicht bemerkst du nicht sofort, dass du weniger Angst hast oder selbstliebender bist. Fragen, die helfen: „Fühle ich mich heute nach einer Übung etwas ruhiger?“ oder „Habe ich mich heute mal selbst getröstet?“. Du kannst auch Fortschritte im Tagebuch nachverfolgen. Manchmal fällt der Unterschied erst nach Wochen auf.

Erinnere dich immer wieder daran: Du gibst dem inneren Kind die Aufmerksamkeit, die es verdient. Jeder Schritt, so klein er sein mag, wirkt positiv auf dein gesamtes Wohlbefinden. Es ist normal, Herausforderungen zu haben – sie gehören zum Weg dazu. Bleibe liebevoll mit dir selbst, wenn Dinge schwer fallen, und feiere jeden noch so kleinen Erfolg.

🔮 Ergänzende Methoden und Unterstützung

Während die vorgestellten Übungen schon viel bewirken können, gibt es noch weitere Wege, die innere Kindheilung zu unterstützen:

  • Therapie und Coaching: Professionelle Hilfe kann sehr wertvoll sein. Therapien wie Schematherapie, Gesprächstherapie, Traumatherapie oder auch Familienaufstellungen (systemische Aufstellung) sind darauf spezialisiert, uns in alten Mustern zu begleiten. Ein Coach oder Therapeut kann dir helfen, festgefahrene Glaubenssätze zu erkennen und umzuwandeln.

  • EFT (Klopfakupressur): Durch sanftes Klopfen auf bestimmte Punkte am Körper (Wade, Brustkorb, etc.) kann stressauslösendes Gefühl weichen. Während du klopfst, sprichst du Sätze wie „Auch wenn ich mich so fühle, liebe und akzeptiere ich mich.“ Diese Technik kann helfen, akute Ängste deines inneren Kindes zu lindern.

  • Kunst- und Musiktherapie: Malen oder Musizieren unter therapeutischer Anleitung kann tief gehen. Ein Kunsttherapeut gibt dir Raum, deinen Gefühlen ohne Worte Ausdruck zu verleihen.

  • Körper- und Entspannungstechniken: Yoga, Qi Gong oder progressive Muskelentspannung können dich helfen, in deinem Körper anzukommen. Diese Techniken beruhigen das Nervensystem, das bei Trauma oft überaktiv ist.

  • Meditation und Achtsamkeitskurse: Geführte Meditationen (zum Beispiel „Healing Inner Child“) oder Achtsamkeits-Apps können tägliche Impulse geben. Auch das Praktizieren von Meditation in einer Gruppe kann zusätzliche Geborgenheit schenken.

  • Aromatherapie und Natur: Ätherische Öle wie Lavendel, Vanille oder Rose wirken beruhigend. Ein Spaziergang in der Natur, das Fühlen von Erde, Wasser oder Gras unter den Füßen, kann dich mit etwas Größerem verbinden und das innere Kind erden.

  • Bücher und Medien: Es gibt zahlreiche Bücher (z.B. von Stefanie Stahl) und Videos rund um das Thema „inneres Kind“, die weiterführen. Hörbücher mit geführten Meditationen können dich anleiten, wenn du selbst unsicher bist. Podcasts und Foren bieten Austausch mit Gleichgesinnten.

Es ist wunderbar, viele Werkzeuge zur Verfügung zu haben. Fühle in dich hinein, was dir gut tut. Nicht alles muss gleichzeitig gemacht werden. Schon ein oder zwei zusätzliche Methoden können deinen Weg erleichtern.

Inneres Kind heilen Arbeitsblätter Übungen als PDF Download

Gönn dir kleine, heilsame Pausen im Alltag: Diese A4-Arbeitsblätter sind klar, freundlich und druckfertig gestaltet – mit viel Weißraum, ohne Überlappungen und einem großen Freiraum zum Skizzieren deines sicheren Ortes. Ideal zum handschriftlichen Ausfüllen, Abheften oder als persönliches Ritual am Morgen/Abend.

Das steckt drin (10 Seiten):

  • 🧭 Täglicher Check-in: Gefühl, Trigger, Bedürfnis, kleiner Schritt

  • 💌 Heilsamer Brief an dein inneres Kind (Schreibseite)

  • 🎨 Sicherer Ort: große Skizzenfläche + Worte & Details

  • 🎚️ Gefühle-Tracker (morgens/tagsüber/abends)

  • 🔍 TGBH-Tabelle: Trigger – Gefühl – Bedürfnis – Was hilft

  • 🗓️ Selbstfürsorge-Plan für die Woche (Häkchen statt Druck)

  • Affirmationen-Auswahl + Platz für eigene Sätze

  • 🎈 Freude & Spiel – Liste zum Abhaken

  • 🚑 SOS-Karte für akute Momente (brieftaschen-tauglich)

  • 🌿 Wochenreflexion – freundlich auf dich schauen

So nutzt du’s: 1–2 Blätter pro Tag, 5–10 Minuten genügen. Druck in s/w oder Farbe, A4, gerne abheften. Auch wunderbar für Einsteiger – sanft, klar, machbar.

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Speichere sie dir und drucke sie für dich (oder zum Verschenken) aus.

❓ Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Was ist das „innere Kind“ genau?
Das innere Kind ist ein Bild für die Summe unserer Gefühle und Erfahrungen aus der Kindheit. Es handelt sich nicht um ein tatsächliches Kind neben dir, sondern um dein jüngeres Selbst in dir. Dieses „innere Kind“ ist ein liebevolles, verletztes oder fröhliches Kind, je nachdem, was du in deiner Kindheit erlebt hast. Es beeinflusst immer noch, wie du auf bestimmte Situationen reagierst, weil dort viele Gefühle abgespeichert sind. Indem du dir bewusst machst, wie sich dieses innere Kind fühlt, kannst du ihm helfen, denn es ist ein Teil von dir, der Liebe und Aufmerksamkeit braucht.

Woher weiß ich, ob mein inneres Kind verletzt ist?
Es gibt keine Blutwerte oder klare Signale – du musst eher in dich hineinspüren. Häufige Hinweise sind: Du fühlst dich schnell abgelehnt, wenn Kritik kommt; du spürst bei bestimmten Situationen große Angst oder Wut, die eigentlich unverhältnismäßig scheint; du fühlst dich oft einsam oder einsam inmitten von Menschen; du hast das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Auch Selbstsabotage, zum Beispiel immer die falschen Entscheidungen zu treffen, kann eine Manifestation eines verletzten inneren Kindes sein. Achte auf wiederkehrende Muster, die dich unglücklich machen. Oft sind das versteckte Schmerznachrichten deines inneren Kindes.

Wann sollte ich diese Übungen machen?
Es gibt keine festen Zeiten – jeder findet seinen eigenen Rhythmus. Manche Menschen finden es schön, morgens nach dem Aufwachen ein paar Minuten im stillen Sitzen oder Schreiben ihrem inneren Kind zu widmen. Andere machen es abends, um den Tag zu reflektieren. Auch mittags in einer Arbeitspause können ein paar bewusste Atemzüge helfen. Wichtiger als der Zeitpunkt ist die Regelmäßigkeit. Du brauchst nicht Stunden, sondern nur einige Minuten am Tag. Höre in dich hinein und spüre, wann du Unterstützung brauchst – oft spüren wir innerlich, wann es an der Zeit ist, eine Übung zu machen.

Kann einem die Arbeit am inneren Kind auch schaden?
Generell ist die Arbeit mit dem inneren Kind sanft und heilend. Es kann jedoch emotional sehr berühren oder manchmal auch erschüttern, weil vergessene Gefühle hochkommen. Wenn du traumatische Erlebnisse in deiner Kindheit hattest oder gerade sehr tiefgehende Schmerzen spürst, kann es sinnvoll sein, die Unterstützung eines Therapeuten hinzuzuziehen. Für die meisten Menschen sind die Übungen aber sicher und stärken das Gefühl der Selbstachtung. Wichtig ist immer, dass du in deinem eigenen Tempo vorgehst und dir nach einer intensiven Übung Zeit gibst, um zur Ruhe zu kommen.

Was soll ich tun, wenn ich während einer Übung weine oder wütend werde?
Lass es zu. Weinen, Wut oder Angst sind natürliche Reaktionen, wenn alte Verletzungen ans Licht kommen. Atme ruhig weiter und erinnere dich daran, dass du jetzt erwachsen bist und sicher bist. Du darfst deinem inneren Kind in Gedanken zusehen, wie es weint oder schreit – und dann kannst du als „der Erwachsene“ tröstend eingreifen. Sprich beruhigende Worte oder umarme dich. Denke: „Ich bin hier und dich kann jetzt niemand mehr verletzen.“ Versuche nicht, deine Gefühle wegzudrücken. Oft lösen sie sich langsam auf, wenn du sie behutsam annimmst. Wenn es zu überwältigend wird, unterbrich kurz die Übung, atme tief durch und konzentriere dich darauf, im Hier und Jetzt anzukommen (fühle den Boden, nimm einen Schluck Wasser).

Ich weiß gar nicht, wie mein inneres Kind aussehen soll. Ist das ein Problem?
Überhaupt nicht. Dein inneres Kind kann in deiner Vorstellung ganz unterschiedlich sein. Es kann dich im Alter deiner Kindheit zeigen oder einfach nur als warmes Licht spürbar sein. Manche Menschen sehen ein farbenfrohes Symbol, andere fühlen einen Raum voller Liebe. Es geht nicht um richtige Bilder, sondern um Gefühle und Gedanken. Es ist vollkommen okay, wenn du anfangs nur ein ganz diffuses Gefühl empfindest. Mit der Zeit werden Bilder und Gespräche klarer.

Kann jeder sein inneres Kind heilen, oder muss man dafür besonders „sensibel“ sein?
Jeder kann und darf das tun! In unserer Gesellschaft glaubt man oft, stark sein zu müssen, alles allein zu schaffen. Aber jeder, wirklich jeder Mensch hat ein inneres Kind in sich. Manchmal glauben starke Menschen gerade, sie bräuchten so etwas am wenigsten – doch in Wahrheit profitieren sie genauso sehr davon. Du brauchst kein besonderes Talent, um zu heilen. Du brauchst nur den Willen, dir selbst etwas Gutes zu tun. Die Übungen sind einfach und für alle offen. Sie sind weder peinlich noch kindisch, sondern Ausdruck tiefen Selbstmitgefühls.

Wie lange dauert es, bis ich spüre, dass sich etwas verändert?
Das ist sehr individuell. Manche Menschen fühlen sich nach der ersten Sitzung leichter, als hätten sie einen kleinen Druck abgelassen. Andere merken es erst nach einigen Wochen regelmäßiger Übung, wenn ihnen alltägliche Situationen leichter fallen. Wichtig ist, nicht nach einem festen Datum zu suchen. Sei geduldig. Heilung geschieht oft unbemerkt im Hintergrund. Belohne dich für jeden Schritt – z.B. mit dem Gefühl, dass du dir gerade etwas Gutes tust – statt auf ein Endergebnis zu warten. Mit der Zeit wirst du merken, dass du insgesamt selbstsicherer wirst und negative Selbstgespräche weniger werden.

Gibt es Situationen, in denen ich diese Arbeit lieber sein lassen sollte?
Wenn du dich gerade in einer sehr akuten Krise befindest (zum Beispiel nach einem schweren Verlust oder einer Panikattacke), kann es hilfreich sein, erst einmal andere Bewältigungsstrategien zu nutzen (zum Beispiel ruhiges Atmen, professionelle Hilfe suchen). Auch wenn deine Gefühle extrem destabilisiert sind, könnte es sein, dass eine Anfänger-Übung zu viel ist. Du kennst dich selbst am besten: Wenn du merkst, dass eine Übung dir jetzt gerade nicht guttut, dann warte etwas, bis die Wogen geglättet sind. Andererseits ist das innere Kind oft besonders in Krisen laut – wenn du dich emotional bereit fühlst, schau sanft hin, vielleicht findest du gerade jetzt einen Schatz in dir.

Kann ich diese Übungen mit anderen Menschen teilen?
Ja, und es kann sehr heilsam sein. Du könntest eine gute Freundin oder einen Freund um Unterstützung bitten – vielleicht macht ihr eine gemeinsame Meditation oder lest euch gegenseitig eure Briefe vor. Manche finden es entlastend, einem liebevollen Menschen dabei zuzusehen, wie er sich um sein inneres Kind kümmert. In Paarbeziehungen kann das innere-Kind-Arbeiten auch helfen, weil man sich gegenseitig spüren lässt, wie sie als Kind waren. Achte allerdings darauf, einen Menschen auszuwählen, der einfühlsam ist und nichts belächelt. Es muss nicht jeder verstehen – aber ein offenes Ohr tut manchmal gut. Wenn du es lieber allein machen möchtest, ist das genauso in Ordnung.

Was, wenn ich keine Fortschritte sehe?
Das kann frustrierend sein, aber gib nicht auf. Vielleicht hast du in manchen Wochen das Gefühl, in denselben Gedanken festzustecken. Das ist okay. Versuche dann, die Form der Übungen zu wechseln (z.B. anstatt Schreiben mal Musik hören oder ein neues Motto ausprobieren). Manchmal geht es weniger um offensichtliche Fortschritte als um feine Innensichten. Halte durch, es lohnt sich! Du wirst überrascht sein, dass du dich irgendwann zurückerinnerst und feststellst, wie viel sich ganz langsam gebessert hat – du reagierst anders, siehst Dinge gelassener oder nimmst liebevoller für dich ein.


Die Arbeit mit dem inneren Kind ist wie ein langer Spaziergang zu deinem eigenen Herzen. Nimm dir Zeit, schließe Freundschaft mit deinem kleinen, verletzten oder schelmischen Selbst. Jeder Schritt dieser Reise kann dir helfen, Liebe, Frieden und Geborgenheit in dir zu kultivieren – ganz so, wie ein fürsorglicher Erwachsener seinem Kind Liebe schenkt.

Beginn heute mit einer kleinen Übung: Vielleicht legst du nach dem Lesen eine Hand auf dein Herz und flüsterst dir innerlich zu: „Ich bin da für dich.“ Mit diesem kleinen Bekenntnis hast du bereits einen Samen der Heilung gepflanzt. Und jede Übung, jede Erkenntnis und jedes liebevolle Wort sind wie Wasser und Sonne für dieses zarte Pflänzchen. Du verdienst es, ganz und gar geliebt zu werden – von dir selbst.

Geh liebevoll mit dir um und gönne dir die Heilung, die du verdienst. Dein inneres Kind wartet darauf, von dir nach Hause geholt zu werden.



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