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Affirmationen für Kinder

„Ach, sei doch bescheiden und gib Dich mit weniger zufrieden.“ „Schau, die anderen Kinder weinen auch nicht.“ – kommt Dir das bekannt vor? Hast Du vielleicht andere Sätze aus Deiner Kindheit im Kopf, die Dir immer und immer wieder in den Sinn kommen? Vielleicht bist Du sogar verunsichert oder schlimmer, Dich behindern diese Glaubenssätze an der Umsetzung Deiner Träume?

Das wollen wir unseren Kindern nicht antun. Früher wusste die Wissenschaft wenig über „Glaubenssätze“ oder Affirmationen für Kinder. Solche Selbstgespräche gehörten in die spirituelle Kiste. Heute allerdings wissen wir aus umfassenden psychologischen Studien, dass unser Gehirn keinen Unterschied zwischen dem macht, was tatsächlich passiert ist und dem, was wir hören, beziehungsweise uns sagen.

Was sind Affirmationen?

Glaubenssätze – positive, kurze Sätze zu einem selber – das sind Affirmationen. „Ich bin genug.“ ist einer der wichtigsten Sätze, um allerlei mentale Sorgen und sogar deren Spätfolgen wie Süchte zu heilen. Indem Du mit Deinem Kind Affirmationen sprichst – manche Menschen sprechen nicht zu Unrecht sogar von üben – hilfst Du Deinem Nachwuchs, ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen.

Wie das funktioniert? Alles, was zu tun ist von Deiner Seite, ist, einen oder viele Sätze immer mal wieder am Tag zu Deinem Kind zu sagen. Wird das Kind älter, kann es mitsprechen – zur altersentsprechenden Anwendung unten mehr. Du kannst auch mit Deinem Sohn/Deiner Tochter rund um den Satz – die Affirmation – basteln und die kleinen Kunstwerke aufhängen. Mehr Ideen auch für Geschwister und sogar kleine Geschenke findest Du ebenfalls weiter unten im Artikel.

Wir wirken sie am besten?

Die Affirmation wirkt durch Wiederholung. Deine Sinnesorgane nehmen die Sätze auf und transportieren sie in Dein Kurzzeitgedächtnis. Dafür ist es nicht entscheidend, ob Du bewusst zuhörst oder die Sätze gar nicht wirklich wahrnimmst. Durch mehrmalige Wiederholung festigt sich der Gedanke und gelangt ins Langzeitgedächtnis. Gedanken beginnen auf diesen – erschreckenderweise erlernten – Glaubenssätzen zu basieren.

Am besten, weil am einfachsten, ist es, wenn Du Deinem Kind den oder die ausgesuchten Sätze in Verbindung mit Routineereignissen sagst. Flüstere etwa zum Einschlafen ins Ohr „Du bist sicher – Mama und Papa lieben Dich so wie Du bist.“ Quantität ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
Du kannst die Sätze austauschen und natürlich verschiedene am Tag verwenden.

Besonders gut hilft es auch, wenn Du Deinem Kind zeigst, wie es selbst diese Sätze zu sich sagen kann. Empfänglich sind Kinder vor allem für kreative Herangehensweisen. Vielleicht druckst Du den Satz in einer schönen Schrift aus und ihr malt gemeinsam aus und vielleicht sogar kleine Bilder herum, die Deinem Kind bei dem Satz einfallen?
Am Computer oder Handy lassen sich ganz modern auch tolle Drucke designen – das ist vielleicht für Schulkinder mit Tablet interessant.

Ansonsten geht alles, was Dir einfällt: Kartoffeldruck, Legen von Sätzen mit Muscheln, Stöcken, schreiben in Sand – alles. Fühle Dich aber dennoch nicht unter Druck gesetzt – es ist nur ein Vorschlag, kreativ an die Affirmationen heranzugehen. Es reicht aus, wenn Du oder dann Dein Kind sie sagen.

Tipp: Du kannst mit Deinem Kind zusammen vor dem Spiegel beim Zähneputzen stehen und sagen: „Ich bin intelligent und schön.“ ; jeder schaut sich dabei in die Augen. Dein Kind schaut sich ab, wie Du mit Dir sprichst – auch das ist sehr wichtig für die Entwicklung eines gesunden Selbstbildes. Ganz nebenbei erlernt es die Fähigkeit, selber mit Affirmationen zu arbeiten.

Welche Beispiele gibt es?

  • „Ich bin ein super Freund/eine super Freundin.“
  • „Ich bin völlig gut so wie ich bin.“
  • „Ich werde zu Hause geliebt.“
  • „Ich liebe mich.“
  • „Ich bin ganz sicher und beschützt.“
  • „Ich kann mich wehren, wenn mit jemand etwas tun will.“
  • „Ich darf sagen, wenn ich etwas nicht möchte.“
  • „Mein Leben ist schön.“
  • „Ich liebe es, jeden Tag aufzuwachsen.“

Das sind nur ein paar Beispiele – Du findest überall wichtige Informationen. Ganz wichtig für Dein Kind sind drei vier Dinge:

  • sich beschützt und sicher fühlen
  • sich geliebt fühlen
  • wissen, dass es okay ist, wie es ist und nicht anders sein muss /so wie die anderen
  • sich wertvoll im Zusammenhang mit anderen Kindern fühlt.

 

Welche Themen gibt es?

Gedanken zu Sicherheit, Freundschaften und Schule sowie Familie sind naheliegend. Gerade die Kleinsten profitieren stark davon, im Alltag in diesen Bereichen unterstützt zu werden.
So können sie schon als Kindergartenkinder eine Form von Resilienz aufbauen, lernen, nein zu sagen und können mit Vergleichen umgehen lernen.

Ältere Kinder in der Grundschule sind leider dank der heutigen Computerwelt schon mit Gender-Stigmata und Mobbing konfrontiert. Hier ist es sicherlich sinnvoll, den negativen Gedanken zum Thema Bodyimage mit Affirmationen entgegenzuwirken.

Auch der Sport und die Leistung bei Musik oder in anderen Hobby-Bereichen ist für Kinder extrem wichtig. Hier geht es dann um das Thema, glücklich durch das Leben zu gehen und gerne zu lernen. Es geht darum, dass ein Fehler zu machen nicht bedeutet, dass sie ein Fehler sind.
-Schließlich können auch wir Eltern uns davon eine Scheibe abschneiden, oder?

Ab welchem Alter?

Theoretisch könntest Du schon im Mutterleib beginnen. Wir wissen heute schon viel aber noch lange nicht in vollem Umfang, was das ungeborene Kind alles schon mitbekommt.
Ab 1,5 Jahren, wo das Kind die Sprache wirklich lernt, kannst Du mit Flüstern von Sätzen beginnen. Ab dem Kindergartenalter wird es spannend, die Sätze auch mal zusammen zu sagen und der Rest des Fortschrittes ergibt sich dann nach dem Lernstand des Kindes.

Übrigens: Du kannst Affirmationen auch gezielt einsetzten, wenn Du Probleme in bestimmten Bereichen mitbekommst – etwa mit eigenen Augen beim Sport oder auf dem Kinderspielplatz, aber auch nach Gesprächen mit Erziehern und Lehrern.

Nun noch der versprochene Tipps am Ende des Artikels:

Binde doch alle Kinder (Geschwister, Patenkinder und vielleicht Cousin und Cousine) ein. Kinder können auch lernen, über jemanden anderen etwas Positives zu sagen. Auch das ist ein ganz wichtiger Schritt hin zur Bildung wirklich positiver Gedanken und Gefühle.

Schreibt kleine Zettelchen, bemalt Becher, Tassen, Teller – schreibt wunderschöne Geburtstagskarten oder ergänzt jeweils mit einem Geschwisterchen den Adventskalender um eine Affirmation für jeden Tag – das wichtigste: hab Spaß dabei und lass es nicht zu einem Stress ausarten. Lass Dir nicht das Gefühl einreden, Du seist irgendwie ein unzureichender Elternteil, wenn Du bisher noch keine Affirmationen genutzt hast oder es ab und an vergisst – Du bist auch genau gut wie Du bist. Außerdem darfst auch Du Dir kurz anerkennend auf die Schulter klopfen, dass Du in Deinem Elternstress und Alltag diesen Artikel gelesen hast, um Deinem Kind das beste Leben zu ermöglichen, was geht.